Gestaltungszentrale Politik
Jule Helene Leinpinsel, Philipp Cartier, Frederik Kampe, Lisa Heinze, Norbert Lein, Robert Schröter (Kassel / Berlin)
Als Gestaltungszentrale Politik unterstützen wir die Politik dabei, die dynamischen Herausforderungen unserer Zeit umfassender zu begreifen und passgenaue Lösungen zu finden. Bei dieser Gestaltungsbegleitung greifen wir auf Denkweisen und Methoden des Designs zurück, um politische Entscheidungsprozesse zu bereichern.
Der zentrale Gestaltungsprozess politischer Gestaltung ist die parlamentarische Gesetzgebung. Diese ist stark kodifiziert, auch um die Stabilität unserer Demokratie zu gewährleisten. Sie bietet daher aus guten Gründen kaum Möglichkeiten für eine unkonventionelle und kreative Gestaltung. Es stellt sich also die Frage, wo wir unsere Expertise einbringen können.
Um das parlamentarische System des Deutschen Bundestages besser zu verstehen, haben wir uns mit dem Institut für Parlamentarismusforschung (IParl) zusammengetan. Im Austausch mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Sven Siefken wurde deutlich, dass insbesondere der vorparlamentarische Prozess für unseren Ansatz sehr interessant ist. Hier sind die Parlamentarier:innen, die Bundesregierung und die Vertreter:innen der Länder im Bundesrat sehr frei, wie sie einen Gesetzesentwurf erarbeiten. Trotz dieser enormen Freiheit wird das Gestaltungspotenzial aufgrund des strukturkonservativen Umfeldes oft nicht ausgeschöpft. Gleichzeitig ist der gesamte vorparlamentarische Bereich eine große politikwissenschaftliche Forschungslücke. Sven Siefken berichtet von methodischen Defiziten, um mit der hohen Individualität der Verfahren umgehen zu können.
Im November 2023 werden wir daher ein gemeinsames Forschungsprojekt starten, in dem die politikwissenschaftliche Forschung um Methoden der praktischen Designforschung erweitert wird. Sinnvolle Ansätze sehen wir in der Reduktion von Komplexität und der Sichtbarmachung unsichtbarer Strukturen und Mechanismen durch die Visualisierung einzelner Prozesse. In dieser Grundlagenforschung sehen wir eine Voraussetzung für erfolgreiche Transformationsprozesse in der Politik.






